Vorstandswechsel beim Herrenberg Stadtmarketing

Die junge Unternehmerin und SPD-Stadträtin Sarah Holczer wird Nachfolgerin des scheidenden 1. Vorsitzenden Jochen Schmidt, der sein Amt im Dezember 2019 aus beruflichen Gründen niedergelegt hat. Neben der einstimmigen Wahl von Sarah Holczer zur neuen 1. Vorsitzenden wurde auch Martin Rosner von der Kreissparkasse Böblingen einstimmig als Nachfolger im Amt des Kassierers bestätigt, da Dirk Loibl (sein Vorgänger) durch einen Arbeitsplatzwechsel nicht mehr zur Verfügung stand.

Sarah Holczer sei genau die Richtige für diesen Posten, so Jochen Schmidt. Er stehe ihr gerne in der Übergangszeit mit Rat und Tat zur Seite, ist den Anliegen des Vereins weiterhin tief verbunden und bedankte sich ganz herzlich beim Team für die gute und aufreibend-kreative Zusammenarbeit der letzten Monate. Die Themen, denen man sich im Stadtmarketing widmen müsse, seien vielfältig und bisweilen komplex. Deshalb sei es besonders wertvoll, dass Sarah Holczer auch die Schnittstelle zum Gemeinderat abdecke. Dort habe sie sich schon im Vorfeld der Vereinsgründung für die Belange des Stadtmarketings eingesetzt. Zudem bringe sie nun selbst wertvolle eigene Erfahrung und Glaubwürdigkeit als Einzelhändlerin der Herrenberger Altstadt mit.

Neben diesen personellen Veränderungen ging es bei der 2. Mitgliederversammlung, die Ralf Heinzelmann, als Wirtschaftsförderer der Stadt und stellvertretender Vorsitzender des Vereins kommissarisch moderierte, auch um das Thema Leerstand, welches in Herrenberg immer wieder diskutiert wird. Er wolle das Thema nicht schönreden, aber dennoch betonen, dass in Herrenberg kein struktureller, sondern objektbezogener Leerstand herrsche – diesem könne man weitaus besser zu Leibe rücken. Es gebe in der öffentlichen Wahrnehmung leider auch zu wenig Aufmerksamkeit dafür, dass in den letzten zwei Jahren neun Geschäfte neu eröffnet haben, zahlreiche renoviert würden und man für ein neues Konzept eines „Unverpackt-Ladens“ nun endlich eine geeignete Fläche gefunden habe. Nichtsdestotrotz werde die Wirtschaftsförderung weiter den Finger in diese Wunde legen und auch das Gespräch mit Eigentümern suchen, um Flächen an den Markt zu bringen, die dann auch der Verein mit angebotsseitigen Impulsen viel besser bewerben und fördern kann.

Darüber hinaus ging es an dem Abend vor allem um einen genaueren Blick auf Schlüsselthemen. Welchen konnte man sich in 2019 schon widmen, welche will man 2020 in den Fokus nehmen und welche Herausforderungen müsse man offen angehen, weil man sonst bei der Umsetzung darüber stolpere? An Ideen, so die City-Managerin Lidija Müller, mangelt es nicht. Hier kann man aus dem Vollen schöpfen. Was es jedoch braucht, sind schlagkräftige Strukturen, einen zielgerichteten Fokus auf sichtbare Meilensteine und vor allem großen Zusammenhalt und Mitarbeit seitens aller Akteure. Stadtmarketing muss, soll es erfolgreich sein, ein langfristiges Investment darstellen. „Kleine Schritte, langer Atem“. Deshalb wird sich der Verein aus der Vielzahl an Themen, die man nicht alle gleichzeitig bedienen kann, in 2020 auf den Leerstand, das Thema „Saubere Altstadt“ (z.B. ansprechendere Unterführungen und Schaufenster) sowie die Fertigstellung der City Charta konzentrieren. Letztere stellt eine freiwillige Selbstverpflichtung dar, mit der Gewerbetreibende, Gastronomen und Einzelhändler der Altstadt sich auf gemeinsame Ziele und verpflichtende Standards einigen – ähnlich wie die Einzelhändler eines Einkaufszentrums dies tun (müssen), um einen für Kunden attraktiven und einheitlichen Außenauftritt zu gewährleisten. Weiter stehen Verbesserungen im Bereich der Aufenthaltsqualität im Vordergrund – so z.B. durch mehr öffentliche Sitzgelegenheiten, eine bessere Straßenbeleuchtung und mehr Grün in der Altstadt. Um die Gemeinschaft der im Verein engagierten, aber auch darüber hinaus tätigen Innenstadtakteure zu stärken, bietet der Verein seit Januar 2020 einen regelmäßigen Frühschoppen an. Ebenso in der Erarbeitung sind Beratungs- und Weiterbildungsangebote für den Einzelhandel wie auch insbesondere für die kommende Zeit des Umbaus umfassende Maßnahmen des Baustellenmarketings.

Finanziell hat der Verein hierfür alle Mittel, denn die Stadt finanziert den Gesamthaushalt von rund 120.000.- € mit einem Zuschuss von 100.000.- €. Außerdem wurde in 2019 sehr umsichtig gewirtschaftet, sodass der Verein noch mehr als 70.000.- € Übertrag vorzuweisen hat. Selbst mit einer kleinen personellen Aufstockung durch einen Minijob oder Praktikumsplatz, der die lediglich 20 Wochenstunden der City-Managerin ergänzen soll, befindet sich der Verein mit seinen Planungen in sicherem Fahrwasser, sodass knapp 90.000.- € für Maßnahmen in 2020 zur Verfügung stehen.